Wassermühle im Wendland
Umbau eines denkmalgeschützten Gebäudes zu Wohn- und Arbeitsräumen
Ein guter Freund von mir, ein Hamburger Künstler und Regisseur, hat eine ehemalige Wassermühle aus dem Jahr 1881 erworben. In enger Zusammenarbeit haben wir sie zu einem lichtdurchfluteten Wohn- und Arbeitsort umgestaltet. Der Umbau folgt der Idee des behutsamen Weiterbauens – mit Respekt vor der Geschichte und einem klaren architektonischen Konzept. Im Dachgeschoss, wo früher das Korn gelagert wurde, entstand eine offene Wohnetage mit Küche, Ess- und Wohnbereich.
Der historische Mühlensaal darunter blieb weitgehend unangetastet und wird heute als Atelier genutzt. Im Erdgeschoss haben wir den ursprünglichen Transmissionsraum – also den Bereich, in dem das Riemengetriebe mit Wasserkraft die Mühlsteine antrieb – zu einer Kombination aus Bibliothek und Esszimmer umgestaltet. Die große Stahlwelle der Transmission durchquert das gesamte Gebäude: von der Rückseite, wo die Wasserturbine angeordnet ist, bis zur Vorderseite des Hauses, wo sie neben dem Eingang austritt und ein Schwungrad trägt, das durch einen kleinen Vorbau geschützt wird.
Das Wasserrad dieser Mühle ist eine horizontal liegende Turbine mit beweglichen Schaufeln, die sich an das Rad anschmiegen oder aufstellen und so den Wasserwiderstand bilden. Die Turbine liegt rund vier Meter unterhalb der Wasseroberfläche des Mühlenteichs, der durch ein Stauwehr angestaut wird.Die Materialwahl – Holz, Stahl, Beton und Messing – knüpft an die industrielle Vergangenheit des Gebäudes an und lässt Oberflächen altern, statt sie zu verstecken. Die Holzböden in den oberen Geschossen wurden erhalten, ausgebessert, gebleicht und nur geseift. Im Erdgeschoss stießen wir auf so viele unterschiedliche Materialien, dass wir uns entschieden, einen Estrich aus Weißzement mit Fußbodenheizung einzubauen, der lediglich geschliffen und gewachst wurde.
So entstand ein Haus, das die Spuren seiner Geschichte bewahrt und zugleich eine neue Zeit erzählt – ein Rückzugsort, der Wohnlichkeit, Arbeit und Kommunikation verbindet.
PROJEKTINFO
Auftraggeber: Martin Maria Blau
Projekt: Umbau einer denkmalgeschützten Wassermühle
Planung und Realisierung, LPH 1-8: 2019 - 2021
Die Mühle soll verkauft werden.
PRESSE
HÄUSER 3.2023
Ein guter Freund von mir, ein Hamburger Künstler und Regisseur, hat eine ehemalige Wassermühle aus dem Jahr 1881 erworben. In enger Zusammenarbeit haben wir sie zu einem lichtdurchfluteten Wohn- und Arbeitsort umgestaltet. Der Umbau folgt der Idee des behutsamen Weiterbauens – mit Respekt vor der Geschichte und einem klaren architektonischen Konzept. Im Dachgeschoss, wo früher das Korn gelagert wurde, entstand eine offene Wohnetage mit Küche, Ess- und Wohnbereich.
Der historische Mühlensaal darunter blieb weitgehend unangetastet und wird heute als Atelier genutzt. Im Erdgeschoss haben wir den ursprünglichen Transmissionsraum – also den Bereich, in dem das Riemengetriebe mit Wasserkraft die Mühlsteine antrieb – zu einer Kombination aus Bibliothek und Esszimmer umgestaltet. Die große Stahlwelle der Transmission durchquert das gesamte Gebäude: von der Rückseite, wo die Wasserturbine angeordnet ist, bis zur Vorderseite des Hauses, wo sie neben dem Eingang austritt und ein Schwungrad trägt, das durch einen kleinen Vorbau geschützt wird.
Das Wasserrad dieser Mühle ist eine horizontal liegende Turbine mit beweglichen Schaufeln, die sich an das Rad anschmiegen oder aufstellen und so den Wasserwiderstand bilden. Die Turbine liegt rund vier Meter unterhalb der Wasseroberfläche des Mühlenteichs, der durch ein Stauwehr angestaut wird.Die Materialwahl – Holz, Stahl, Beton und Messing – knüpft an die industrielle Vergangenheit des Gebäudes an und lässt Oberflächen altern, statt sie zu verstecken. Die Holzböden in den oberen Geschossen wurden erhalten, ausgebessert, gebleicht und nur geseift. Im Erdgeschoss stießen wir auf so viele unterschiedliche Materialien, dass wir uns entschieden, einen Estrich aus Weißzement mit Fußbodenheizung einzubauen, der lediglich geschliffen und gewachst wurde.
So entstand ein Haus, das die Spuren seiner Geschichte bewahrt und zugleich eine neue Zeit erzählt – ein Rückzugsort, der Wohnlichkeit, Arbeit und Kommunikation verbindet.
PROJEKTINFO
Auftraggeber: Martin Maria Blau
Projekt: Umbau einer denkmalgeschützten Wassermühle
Planung und Realisierung, LPH 1-8: 2019 - 2021
Die Mühle soll verkauft werden.
PRESSE
HÄUSER 3.2023